Augsburg, 30. Mai 2006. Die MAN B&W Diesel AG hat einen neuen, nach dem Otto-Prinzip arbeitenden Gasmotor mit der Typenbezeichnung 32/40PGI entwickelt. Das Kürzel PGI steht für Performance Gas Injection und beschreibt das neuartige Start-/Zündverfahren des Motors, das ohne Zündkerzen auskommt. Dank dieses Start-/Zündsystems verbindet der 32/40PGI erstmals die Vorteile eines Dieselmotors wie hohe Leistungsdichte und hohe Wirkungsgrade mit denen eines Gasmotors. Eine hocheffiziente Umsetzung des weltweit verfügbaren Energieträgers Erdgas in elektrische und thermische Energie bei gleichzeitig niedrigsten Emissionen ist damit möglich.
Beim PGI-Zündverfahren wird eine kleine Menge Zündgas in ein – vom Hauptbrennraum abgetrenntes – kleines Zündvolumen eingespritzt. Dort entzündet sich das Gas an einer heißen Oberfläche und sorgt für die Verbrennung eines mageren Gas-Luft-Gemisches im Brennraum. Dieses magere Gemisch enthält einen hohen Luftüberschuss, so dass in Verbindung mit einer effektiven Entzündung Wirkungsgrade ermöglicht werden, die annähernd denen von derzeit verfügbaren Dieselmotoren entsprechen – bei geringen Emissionen und ohne eine aufwändige Abgasnachbehandlung für Stickoxide. Der 32/40PGI mit seinem neuartigen Start-/Zündsystem ist in der Lage, hohe Wirkungsgrade von über 46 % bei gleichzeitig niedrigsten NOx-Emssionen von < 250 mg/Nm^3 bei 5 % O2 zu erreichen.
Weitere technische Einzelheiten des neuen Gasmotors sind die individuelle Gaszuführung für jeden einzelnen Zylinder, die in Verbindung mit dem ebenfalls von der MAN B&W Diesel AG entwickelten Motormanagementsystem SaCoS PGI für eine optimale Füllung jedes einzelnen Zylinders sorgen. SaCoS PGI ermöglicht eine störungsfreie Funktion des Motors im Betriebsbereich zwischen Klopf- und Aussetzergrenze. Darüber hinaus hebt sich das spezielle PGI-Zündsystem durch sehr lange Wartungsintervalle von den derzeit für Gasmotoren verfügbaren Zündsystemen ab.
Die Entwicklung von leistungsfähigen Gasmotoren wie dem 32/40PGI wird durch den wachsenden Energiebedarf der Welt getrieben. Dieser wird zunehmend durch Erdgas gedeckt. Die zunehmende globale Verteilung von Erdgas resultiert in einer weltweit steigenden Verfügbarkeit von Erdgas, auch in Gebieten, die bisher nur durch den Einsatz von Dieselmotoren wirtschaftlich mit Energie versorgt werden konnten. Dies eröffnet zusätzliche Marktchancen für den Gasmotor. Neben dem steigenden Energiebedarf spielen aber auch die in Kraft tretenden Emissionsvorschriften wie das Kyoto-Protokoll und zunehmend schärfer werdende lokale Emissionsstandards eine immer bedeutendere Rolle beim Betrieb von stationären Anlagen zur Energieerzeugung.
Die MAN B&W Diesel Gruppe verfügt sehr lange über Erfahrungen im Gasmotorenbereich und ist deshalb für diese Entwicklungen gut gerüstet. Erst kürzlich wurde für Stationär- und Marineanwendungen der 51/60DF in den Markt eingeführt. Diese Kompetenz hat das Unternehmen mit dem 32/40PGI auch bei reinen Gasmotoren eindrucksvoll belegt.
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